Gemeinsam gegen Stalking e.V.
Mut zum Nein-Sagen
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Ihre Polizei - Kurzfilm zum Thema Stalking

"Wenn Liebe zur Bedrohung wird..."


www.polizei-beratung.de/rat_hilfe/opferinfo/stalking/kurzfilm

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STALKING.....


... und plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war. Das Stalking verändert auf einmal das ganze Leben. Was Sie am Anfang vielleicht noch nicht so ernst genommen haben, läßt Sie nun in Angst leben und Sie sind erst einmal hilfos. Angst beherrscht auf einmal Ihr Leben. Angst, wenn das Telefon klingelt, eine sms kommt, es an der Tür klingelt, der Briefkasten wieder voll ist.

Als ehemaliges Stalkingopfer habe ich mir eine Seite gewünscht, die ein wenig mehr über das Stalking verrät, die Betroffenen die Möglichkeit bietet, sich auszutauschen, die vielleicht erste Anlaufstellen oder Möglichkeiten enthält, wenn man gestalkt wird.

Was ist stalking?

Stalking kennen die meisten von uns aus dem Fernsehen, wenn über Prominente und deren Stalker berichtet wird.

Hinter dem Begriff "Stalking" verbirgt sich das Wort "jagen, hetzen, verfolgen".

Häufige Telefonanrufe, unzählige sms, unerwünschte Kontaktaufnahme über Dritte, Belästigung am Arbeitsplatz durch Anrufe oder Verleumdungen, unerwünschte Blumen und Geschenke, "zufällige" Treffen, Herumtreiben vor der Wohnung, Eindringen in die Wohnung, Zerstörung von Eigentum, Ausspionieren von privaten Daten,..... das alles sind mögliche Stalking-Handlungen.

Seit 31.03.2007 wird das Stalking durch den § 238 StGB unter Strafe gestellt. Ergänzt wird dieser Paragraph durch das Gewaltschutzgesetz.

Selbst "leichtes" Stalking kann bereits erste physische und psychische Folgen haben und bei weiterem Stalking ernsthafte Erkrankungen nach sich ziehen. In Einzelfällen kommt es zu einer Posttraumatischen Belastungsrekation, öfters jedoch zu depressiven Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Alpträumen. Die Opfer leiden an Angstzuständen und Panikattacken.

Oft lebt das Opfer in einer absoluten Isolation, hat Kontakte zu Freunden und Bekannten bereits ganz abgebrochen.


Erste Schritte....

Stalking ist ein Machtspiel und Ihre Angst ist seine Waffe.

Wenn Sie gestalkt werden, suchen Sie sich bitte frühzeitig Hilfe. Gehen Sie zur Polizei und erstatten Sie Anzeige gegen Ihren Stalker. Stalking ist eine Straftat und keine Lappalie, die sich von selbst erübrigen wird.
Parallel dazu erwirken Sie bei Ihrem zuständigen Amtsgericht eine Einstweilige Verfügung gegen Ihren Stalker. Diese Verfügung sollte nach dem Gewaltschutzgesetz ausgestellt werden.

Sie beinhaltet den Beschluss, der es dem Stalker untersagt, sich Ihnen zu nähern, Sie telefonisch oder per mail zu belästigen, das Einhalten eines Mindestabstandes zu Ihrer Person, Sie zu bedrohen und sich vor Ihrem Wohnhaus aufzuhalten.

Die Zustellung der Einstweiligen Verfügung muß binnen vier Wochen an Ihren Stalker durch einen Gerichtsvollzieher erfolgen.

Stalking ist eine Straftat und wird mittlerweile mit einer Haftstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet.


Ihr Umfeld....

Reden Sie über Ihr Stalking-Problem, und verschweigen Sie es nicht. Informieren Sie Ihre Freunde, Nachbarn und Kollegen über Ihre Situation. Je mehr Leute aus Ihrem Umfeld davon wissen, umso mehr Menschen können Ihnen helfen.

Wenden Sie sich an Einrichtungen, die Sie telefonisch beinahe rund um die Uhr erreichen können. Bitte entnehmen Sie entsprechende Anschriften und Telefonnummern aus den "links".

Wenn Sie eine Auszeit benötigen und erst einmal für sich sein wollen, in einem geschützen Raum, in dem sie erst einmal durchatmen können, so können wir Ihnen auf Anfrage bei der Suche nach einer Zufluchtswohnung behilflich sein.


Wie Sie Betroffenen helfen können...

Wenn Sie jemanden kennen, der gestalkt wird, können Sie ganz viel helfen, auch wenn Ihnen das Thema Stalking gar nicht so vertraut ist.
Hören Sie dem Opfer zu und geben Sie ihm das Gefühl, nicht mehr ganz alleine zu sein.
Sollte es das Opfer in seiner Wohnung vor lauter Angst nicht mehr aushalten, können Sie ja vielleicht eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen. Es kann schon so viel helfen, eine Nacht in Ruhe schlafen zu können....
Begleiten Sie denjenigen zur Polizei oder zum Amtsgericht. Es ist eine große Hilfe, solche Wege nicht alleine machen zu müssen.


Ihr Handy...

Wenn es irgendwie möglich ist, verzichten Sie auf die Verwendung Ihres Handys. Nicht nur, damit Sie keine sms oder Anrufe mehr bekommen können, sondern es nützt nichts, wenn Sie zu Freunden, Verwandten oder Bekannten fahren mit ihrem Handy. Bitte denken Sie daran: es ist heutzutage kein Problem mehr, Ihr Handy zu orten..... Das soll Ihnen nicht noch mehr Angst machen, sondern Ihnen bewußt machen, mit ihrem Handy vorsichtiger umzugehen.
Besorgen Sie sich eine prepaid-Karte, am Besten noch über eine Ihnen vertraute und bekannte Person. Damit wird es dem Stalker erst einmal unmöglich gemacht, Sie zu orten, da er weder Ihre neue Nummer noch den Anbieter kennt.


Beweise...

Sammeln Sie Beweise wie Briefe, sms, e-mails oder hinterlassene Nachrichten auf Ihrem Anrufbeantworter. Auch wenn es absolut nachvollziehbar ist, daß Sie diese Dinge wegwerfen oder löschen möchten, tun Sie es nicht. Diese Dinge können in einem Verfahren bedeutende Beweise sein.
Notieren Sie, wann er versucht hat, Sie telefonisch zu erreichen, etc.


Der Prozess...

Sollte gegen Ihren Stalker der Prozess stattfinden, wird Ihnen vom Gericht in der Regel ein Zeugenbeistand beigeordnet, da Sie als Zeuge in einer Straftat aussagen werden. Für dessen Kosten müssen Sie nicht aufkommen. Nehmen Sie sich ausserdem moralische Unterstützung durch Familienangehörige, gute Freunde oder Bekannte zu diesem Termin mit.

Zu dem Prozesstermin müssen Sie erscheinen. Auch wenn Sie sich furchtbar fühlen und voller Angst sind.


Personenschutz...

Für Menschen, die noch nie gestalkt wurden, ist es unvorstellbar, welche Ängste Sie als Stalking-Opfer aushalten müssen. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit, ausgebildete und erfahrene Personenschützer privat zu engagieren, die Sie schützen können, wenn Sie der Meinung sind, Sie laufen Gefahr, tätlich angegriffen zu werden.
Personenschutz heißt nicht, daß Sie einen Hünen von 2m Größe mit Sonnenbrille und dunklem Anzug neben sich haben, sondern ein professionelles Unternehmen wird Ihnen jemand an die Seite stellen, der völlig unauffällig ist.


Ihre Angst...

kann Ihnen erst einmal niemand nehmen. Leider. Aber Sie sollten sich unbedingt psychologische Unterstützung holen. Nichts ist schlimmer, als in und mit Angst zu leben. Vertrauen Sie sich Ihrem Arzt an, der Ihnen evtl. entsprechende Therapeuten empfehlen kann. Schämen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen und in Anspruch zu nehmen.
Es gibt Selbsthilfegruppen für Stalkingopfer, denn Sie sind nicht die/der Einzige, die/der Opfer eines Stalkers geworden ist. Der Austausch mit Betroffenen kann sehr hilfreich sein.


Weiteres...

Sollten Sie an einen Wohnortwechsel denken: selbst ein Umzug und eine neue Arbeitsstelle bieten keine Garantie für ein stalkerfreies Leben. Treffen Sie bitte keine übereilten Entschlüsse und wenden Sie sich damit an Einrichtungen, die Sie diesbezüglich beraten können, auch wenn der Gedanke, zu flüchten und "irgendwo" neu anzufangen absolut nachvollziehbar ist.



Ich wünsche Ihnen den Mut, nicht mehr JA zu sagen, wenn Sie NEIN meinen.

Und ich wünsche mir, daß Sie mich anmailen, wenn ich Ihre Einrichtung oder Ihre Firma zu meinen links dazufügen darf. Denn ich hoffe auf ein Netzwerk, in dem wir uns Gemeinsam gegen Stalking engagieren können.






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